23: A l’apero

Für meine deutschen Kollegen, die mich bei unseren seltenen Treffen gerne liebevoll (?) Schweizerli nennen und für alle anderen Interessierten möchte ich an dieser Stelle ein für allemal klar stellen, dass „ein Apéro“ nicht das Modegetränk Aperol Spritz meint, sondern eine lange verankerte Tradition in unserem Lande. Wikipedia definiert: Ein Apéro ist ein gesellschaftlicher Brauch in Frankreich und der Schweiz, der Genuss und Geselligkeit verbindet. Ein Apéro kann vor dem Essen oder oft zu Beginn oder am Ende von Veranstaltungen oder festlichen Anlässen stattfinden. Ein Anlass also, der sich gerade in der Weihnachtszeit wiederholt. Aber nicht nur, wie Wikipedia weiter weiss: Der Apéro ist fester Bestandteil der Alltagskultur. Er soll die Zeit zum eigentlichen Essen genussvoll überbrücken und verkürzen. Oft trifft man sich nach der Arbeit noch schnell privat zu einem Apéro, bevor man nach Hause geht. Ich möchte da Wikipedia ergänzen: meine Freundin Anja und ich treffen uns manchmal auch „lange“ zu einem Apéro, bevor wir nach Hause gehen. Wikipedia würde seinem Namen nicht gerecht werden, wenn es nicht auch über die „Zutaten eines Apéros in der Schweiz“ informieren würde: Ein typischer Schweizer Apéro wird auf Servier- oder Apéroplatten angerichtet. Im Gegensatz zu einem Aperitif, unter dem man in Deutschland meist nur ein appetitanregendes Getränk versteht, werden beim Schweizer Apéro zum Getränk immer Häppchen serviert. Hauptzutaten können typischerweise sein: Nüssli, Chips, Salzgebäck, Trockenfleisch, Käse, Gemüse-Dips, Oliven, Brot oder Canapés. Um diese Zutaten hübsch zu servieren benötigen Schweizer und Schweizerin unzählige Schälchen, Tabletts oder Tellerchen. Natürlich kann man das Alltagsgeschirr oder das Sonntagsgedeck auftischen, viel spezieller sind aber ganz spezifische Apéro-Plättchen. Heute verschenke ich ebensolche, vielleicht in der Hoffnung auf eine baldige Einladung. Lasst uns das Glas heben auf den schönsten aller Schweizer Diminutive, den Diminutiv des Abendessens: à l’Apéro!

porzellan2.jpg

Für die Insekten-Porzellanplatten benötigst du: altes Porzellan, Porzellanfarbe, Decal-Papier, Tintenstrahldrucker, Porzellan-Potch, farbloser Acryl-Lack, Bilder von Käfern und Insekten, z.B. über Google.

Eine ausführliche und Material-spezifische Anleitung findest du als Beilage zu den einzelnen Materialien.

  1. Sammle Bilder nach deinen Wünschen über Google und kopiere sie in eine A4-Blatt, z.B. im Photoshop oder Word.
  2. Drucke das Blatt auf Decal-Papier.
  3. Spraye das Papier mit farblosem Acryl-Lack ein und lasse es über Nacht trocknen.
  4. Wenn du magst, kannst du in der Zwischenzeit deine Porzellanschale mit Farbe anmalen. Wenn sie etwas verdünnst, kannst du mit Schwenken der Schale schöne Farbverläufe erzeugen.
  5. Schneide die Insekten mit einen Milimeter an Rand aus dem Decal-Papier.
  6. Lege die geschnittenen Papierformen in ein kaltes Wasserbad. Nach ein paar Minuten löst sich ein dünner Film mit dem Bild, den du SEHR vorsichtig aus dem Wasser auf das Porzellan übertragen kannst. Dieser Schritt benötigt viel Fingerspitzengefühl, kleben die dünnen Beinchen erst einmal aneinander, ist es schwierig, sie wieder zu trennen, ohne dass das Bild zerreisst.
  7. Gibst du ein paar Tropfen Wasser auf das Porzellan, kannst du die Bilder noch eine gewisse Zeit verschieben.
  8. Lasse das aufgehübschte Porzellan nun ganz austrocknen.
  9. Backe die Schalen gemäss Anleitung auf dem Decal-Papier.

Ein Gedanke zu „23: A l’apero

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